2018 03 20 Theater 08Nachdem letztes Jahr die Theatertruppe Weimarer-Kultur-Express mit ihrem Stück über Cyber-Mobbing einen so großen Erfolg bei uns an der Schule hatte, haben wir beschlossen, diese Truppe wieder einzuladen, da sie schülergerecht und altersangemessen Probleme unserer Gesellschaft aufnimmt und interessant in Theaterstücken aufarbeitet. Auch schon im Jahr zuvor war die Theatergruppe bei uns an der Schule und führte ein Stück über Mobbing auf. Also ist die Truppe bereits das dritte Mal bei uns und wir freuen uns riesig darüber. Den Schülern gefällt es, wie die Schauspieler agieren, sie schauen gebannt zu und haben einen kurzweiligen Vormittag – allerdings mit einem ernsten Thema, das danach selbstverständlich noch aufgearbeitet wird. Letztes Jahr war es schön, dass die Schüler im Anschluss an das Theaterstück noch Fragen stellen durften. Ich schätze, das wird hier auch wieder so sein.

Ich habe übrigens mal kurz über die Theatergruppe gegoogelt und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen:
Die Truppe stellt sich selbst folgendermaßen vor:
„Unser Anliegen ist es, ein sozial engagiertes Theater zu bieten.
Wir wollen die Probleme der Jugendlichen einerseits ansprechen, durch bildliche Beispiele und durch Diskussionsrunden.
Andererseits wollen wir aber auch den Spaß am Theater wecken.
Mit unserem Programm versuchen wir Probleme zu lösen und bieten deshalb altersgerechte Gegenwartsstücke an.
Wir arbeiten mit ausgebildeten Schauspielern zusammen, die gern vor und mit einem jungen Publikum spielen."

Die gesamte Schule nahm an diesem Unternehmen teil, da das Thema für alle Altersstufen geeignet ist.
Kurz zur Handlung:

„Jules altes Handy ist zwar internetfähig, aber alt, unzuverlässig und lange nicht so leistungsstark wie sie es sich wünscht. Zu ihrem Geburtstag bekommt sie endlich das neue, heißersehnte Smartphone. Damit eröffnet sich ihr ein noch schnellerer, leichterer und vor allem ortsungebundener Zugriff auf Spiele- und Netzwerkportale. Am Ende muss Jules sich eingestehen, dass sie abhängig vom Smartphone ist."

Und dann ging es los!
Sara und Michaela – die beiden Schauspielerinnen – stellten sich zunächst einmal vor.
Jetzt: Licht an und viel Spaß!

Ein wenig mehr zur Handlung:
Bis zu Jules Geburtstag war die Welt noch in Ordnung. Das war das Zeitalter mit ihrem alten Handy, das ständig keinen Saft mehr hatte. Nervig. Und dann: Zum Geburtstag gab es das lang ersehnte Smartphone. Ab zu What's App, Facebook, Instagram, Twitter usw. Filmchen gucken, Spiele spielen, Musik hören, alles, was man sich wünscht, bietet das Smartphone.
Langsam aber sicher rutschte Jule immer mehr in die Welt des Smartphones. Einfach phantastisch, fand sie, was dieses Teil alles kann. Und wie viele Freunde ich plötzlich habe. Echt cool. Aber an die ganzen Gefahren dachte sie nicht, obwohl ihre Freundin Elli sie darüber aufklärte. „Das trifft auf mich nicht zu." Damit war die Sache für Jule abgetan.
Einen Typen hatte sie auch schon übers Netz kennengelernt. Und er findet sie ganz „heiß". Elli blickte da besser durch und warnte weiter. „Wie naiv bist du eigentlich?"
Gemeinsame Interessen zwischen den Freundinnen kamen immer mehr zu kurz. Jule war schon fast zum „Swombie" geworden.
Endlich war die lästige Freundin weg, denn die hatte nun ein für allemal die Nase voll. Und Jule vergnügte sich mit ihrem neuen Freund, dem Smartphone.
Jetzt aber nichts mehr zum Inhalt, soll ja keine Nacherzählung werden.

Auf jeden Fall kam das Stück bei den Schülern super an, da sie total aufmerksam zuhörten und mal richtig ruhig waren. Und hin und wieder wurden sie auch von den Schauspielerinnen angesprochen, so dass man sich fast wie ein Teil des Stückes vorkam.

Folgen, die die „Sucht" haben kann, wurden ebenfalls angesprochen.
Verlust der Freunde,
schlechte Noten,
schwänzen,
der Mutter nicht mehr helfen,
Haushalt verwahrlost,
keine Kommunikation mit Menschen mehr,
es ging sogar soweit, dass Jule sich nicht mehr wusch,
ihr Charakter veränderte sich ins Negative, sie wurde agro,
Jule war total daneben, will sich nichts mehr sagen lassen.
Fazit: Totaler Verlust der Realität.

Guter Rat war nun teuer.
Schuld sind sowieso die anderen.

Dass das Stück voll cool war, das bewies am Ende der Applaus.
Anschließend wurde der Inhalt des Stückes aufgegriffen und die Schüler durften Fragen stellen. Wenn man hier schon ein Problem darstellt, sollte es auch eine Lösung geben.
Im Gespräch wurde deutlich, dass die Schüler schon recht gut erkannt hatten, um welche Gefahren es sich handelte.
Schauspielerin Elli/Mutter (Doppelrolle) wollte nun wissen, was man tun kann, um nicht handysüchtig zu werden.
Weglegen kam von den Schülern, kaputtmachen ( nicht so der Brüller ), nur zu bestimmten Zeiten das Handy nutzen...
Also, Ideen waren schon da. Wie das allerdings in der Praxis ausschaut, da kann keiner so recht dahinterblicken. Das ist halt das Risiko.

Auf jeden Fall hat uns allen das Stück saugut gefallen und sicherlich wurde auch der Nerv der Zeit getroffen.
Ein dickes Dankeschön an Sara und Michaela, die uns die Problematik sehr anschaulich nahe gebracht haben. Das ist ja auch der Tenor dieser Theatertruppe, wie ich es anfangs gegoogelt habe.

Und nun tschüss
Ihre/ eure Kerstin Wobschall

P.S. Wie ich die Sache sehe, wird der Weimarer Kultur-Express nächstes Jahr wieder bei uns sein.

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